Founder’s Note
Grammatik üben, bis die Form sitzt.
Aus Gründerinterviews redaktionell bearbeitet
Ich kann eine Grammatikregel erklären und beim Sprechen trotzdem hängen bleiben. Im Japanischen passiert mir das selbst bei kleinen Dingen: Braucht es hier ein da vor yo oder nicht? Die Regel ist überschaubar. Im Gespräch muss sie mir rechtzeitig einfallen.
Eine Regel verstehen, eine Form bilden
go, went, gone sieht man den Zusammenhang kaum an. Im Japanischen sind viele Formen regelmäßiger, dafür kommt schnell einiges zusammen: Vergangenheit, Verneinung, Passiv. Ich kann jede Regel einzeln verstehen und an der Kombination trotzdem scheitern.
Deshalb möchte ich die Formen selbst eingeben und direkt sehen, ob sie stimmen. Bei einem Fehler gehören meine Antwort und die richtige Form nebeneinander. Dann weiß ich, was ich ändern muss.
Mit Wörtern üben, die ich schon kenne
Wenn Wort und Regel gleichzeitig neu sind, ist eine falsche Antwort schwer einzuordnen. Hat mir die Bedeutung gefehlt oder die Form?
Beim Formentraining sollen die Wörter deshalb schon eingeführt sein, die Regeln ebenfalls. Jetzt wende ich sie an. Und zwar mit verschiedenen Wörtern aus meinem Wortschatz. Immer dieselben zwei Beispielverben werden schnell langweilig.
Richtig, aber noch zögerlich
Eine richtige Antwort kann mühsam sein. Musste ich die Form Stück für Stück herleiten oder war sie gleich da? Auch das interessiert mich beim Üben.
Die Antwortzeit gibt einen Hinweis. Sie enthält aber auch Lesen, Tippen und Korrigieren. In der Website-Demo siehst du deshalb getrennt, wie lange es bis zur ersten Eingabe dauert und wie viel Zeit danach vergeht. Daraus wird kein pauschales Urteil darüber, ob du eine Form beherrschst.
Lernen bleibt Arbeit
Eine Sprache zu lernen ist harte Arbeit. Wörter wiederholen, eine Form selbst bilden, einen schwierigen Satz noch einmal lesen: Das gehört dazu. Auch bringt dir keine Sprache im Schlaf bei.
Ich möchte die Zeit lieber damit verbringen, als meinen Wortschatz beim nächsten Appwechsel wieder einzusortieren. Dabei soll helfen. Üben muss ich selbst.
Zur Forschung
Zwei Befunde sind für die Gestaltung solcher Übungen relevant:
Verschiedene Grammatikformen mischen
115 japanische Englischlernende übten fünf grammatische Strukturen. Wer sie gemischt statt blockweise übte, schnitt eine Woche später im Grammatiktest besser ab – trotz mehr Fehlern während des Übens.
Geprüft wurde das Beurteilen von Sätzen. Wie gut die Lernenden frei sprechen konnten, wurde damit nicht gemessen.
Nakata & Suzuki (2019): Mixing Grammar Exercises Facilitates Long-Term Retention: Effects of Blocking, Interleaving, and Increasing PracticeWiederholungen mit Abstand
Eine Metaanalyse von 48 Experimenten stützt verteiltes Üben beim Sprachenlernen. Für spätere Tests waren längere Abstände im Mittel günstiger als kürzere.
Daraus folgt kein optimaler Wiederholungsplan für jede Person und jede Aufgabe.
Kim & Webb (2022): The Effects of Spaced Practice on Second Language Learning: A Meta-Analysis
Diese Forschung hilft bei der Gestaltung von . Wie wirksam die konkrete Umsetzung ist, muss separat untersucht werden.